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Großherzog Leopold
- Modernisierer des Landes
Am 29. August 1790 wird Karl Leopold Friedrich als ältester
Sohn der zweiten morganatischen Ehe des Markgrafen Karl Friedrich
mit Luise Caroline Geyer von Geyersberg geboren. An eine Erbfolge
ist zu diesem Zeitpunkt aufgrund der vier Erbprinzen der 1. Linie
noch nicht zu denken. Somit wird Leopold recht bürgerlich
aufgezogen, bekommt eine breitgefächerte Ausbildung und entdeckt
auf seinen zahlreichen Reisen seine Leidenschaft für die Kunst.
1808 beginnt er sein Studium der Rechtswissenschaft, der antiken und
neuen Weltgeschichte an der Universität Heidelberg und nimmt nur
widerwillig seine militärischen Pflichten wahr.
Als am 30. März 1830 Großherzog Ludwig, der letzte
Erbprinz der 1. Linie stirbt, wird Leopold, mittlerweile mit Sophie
von Schweden glücklich verheiratet, Großherzog von Baden. Auf der
Landbereisung im Juni 1830 erlebt das großherzogliche Paar einen
einzigartigen Triumphzug, welcher auf die erhoffte Milde und auf die
Einsetzung liberaler Minister zurückzuführen ist.
Mit dem "Großen Landtag" 1831 beginnt die
Modernisierung Badens: ein freisinniges Gemeindegesetz sowie eine
neue Strafprozeß- und Gerichtsordnung wird verabschiedet, es kommt
zur allgemein Zehntablösung, einer Neuordnung des Forst-, Post- und
Schulwesen.
Die darauffolgenden Jahre macht Baden kulturelle wie auch
wirtschaftliche Fortschritte: Baden 1835 tritt dem Deutschen
Zollverein bei, große Fabriken entstehen, 1838 wird mit dem Bau der
Eisenbahn auf Staatskosten begonnen, und auch die Rheinregulierung
ist in vollem Gange. Wo immer er kann, tritt Leopold als Mäzen auf
(vgl. auch das Huldigungsgedicht
von 1830).
Schon 1831 mit der Verabschiedung und der kurz
darauffolgenden durch den Bundestag erzwungenen Aufhebung des Preßgesetz,
mit der Ernennung des erzkonservativen Ministers von Blittersdorf
und damit dem Versuch der Brechung der Opposition, die sich
daraufhin in die Liberalen und Radikalen spaltet, muß Leopold den
Zorn, Klatsch und Tratsch des Volkes auf sich ziehen. Auch die
Berufung gemäßigter Minister bringt keine Besserung, und als dann
im Jahr 1846 eine Mißernte hinzukommt, ist das Unglück perfekt.
Der Großherzog kämpft um die Gunst des Volkes und
verkündet kurz vor der ersten Badischen Revolution die Preßfreiheit
und erläßt ein Gesetz zur Einrichtung einer allgemeinen Bürgerwehr.
Er läßt auch die Feudalrechte der Standesherren aufheben. Der Aufstand
besorgt ihn zutiefst
Als sich im Mai 1849 nach der dritten Offenburger
Versammlung die Truppen mit den Freischaren in Karlsruhe verbünden,
flieht der Großherzog, kurz zuvor hatte er noch die Bürgerwehren
auf die Verfassung vereidigen lassen, mit seiner Familie in die
Pfalz, von wo er verzweifelt aber erfolglos an das Volk appelliert,
sich nicht von den Verrätern verführen zu lassen. Er versichert
ihnen sogar vollständige Amnestie, doch er bekommt keine Antwort.
Somit bittet er Preußen um militärische Hilfe bei der
Niederschlagung des Aufstandes, überläßt aber die Leitung seinem
Bruder Wilhelm, dem "Kartätschenprinz".
Leopold läßt den Preußen freie Hand und mischt sich auch
nur gering in die Standgerichtsprozesse ein, weshalb er den Namen
"gekrönte Schlafmütze" bekommt. Er interessiert sich
kaum noch für Politik, erscheint völlig passiv und in sich gekehrt
und widmet sich fast ausschließlich seiner Liebe zur Kunst.
Am 24. April 1852 stirbt Leopold an einer Entzündung
des rechten Kniegelenks.
Frederike Hanke (Klasse 12)
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